Bischof-Carl-Joseph-von-Hefele-Preis 2011

Der Bischof-Hefele-Preis 2011 ging an Daniela Blum (Tübingen) und Raphael Hülsbömer (Münster).

NEWS, Mai 2016:  Dr. Daniela Blum erhält für ihre Doktorarbeit den Dr. Leopold Lucas-Preis für NachwuchswissenschaftlerInnen.
NEWS, März 2015: Für die Dissertation "Modus convivendi. Konfessionelle Koexistenz, Konflikte und Kooperation in der Reichsstadt Speyer in der  zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts" wurde Daniela Blum mit dem
Johann-Daniel-Schöpflin-Preis des Jahres 2015 ausgezeichnet.

Die wesentlichen Inhalte ihrer Abschlussarbeiten wurden im RJKG 30/2011, S. 161-202 veröffentlicht vgl.Blum/Hülsbömer  

Daniela Blum (Universität Tübingen, Betreuer Andreas Holzem) erhielt den Preis für ihre Arbeit: "Wir sind knecht vnd aigen lüt worden, vnd in dieser knechtschafft verlast du vns [...] o Herr."  Reformation, Rekatholisierung und österreichische Herrschaft in den Trostgesprächen des Konstanzer Stadtschreibers Jörg Vögeli.


Raphael Hülsbömer (Universität Münster, Betreuer Hubert Wolf) erhielt die Auszeichnung für seine Arbeit  „von allen Fehlern und Schlacken gereinigt ...". Eine historische Rekonstruktion der Zensurverfahren gegen Werke von Karl Adam 1926 bis 1937.

NEWS, August 2016: Raphael Hülsbömer  wird es durch das verliehende Alois-Schröer-Stipendium des Instituts für Religiöse Volkskunde ermöglicht, sein Dissertationsprojekt "Die Bischofseinsetzungen im Deutschen Reich von 1919-1939" zu beenden.
NEWS, April
2013: Rafael Hülsbömer wird Mitarbeiter im DFG-geförderten Projekt "Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacelli  (1917-1929) und bleibt Wissenschaftlicher Assistent am Seminar für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte der Universität Münster.

 

Die Verleihung des Bischof Carl-Joseph-von-Hefele-Preises fand 1. Dezember 2011 im Wilhelmsstift Tübingen statt. Programm Preisverleihung

Daniela Blum
Raphael Hülsbömer

Daniela Blum beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit der Konstanzer Geschichte der Reformation und Rekatholisierung um 1550. Anhand von Texten des belesenen, gegenüber der Reformation aufgeschlossenenen Laien Jörg Vögeli verdeutlicht sie, wie die Betroffenen mit den konfessionspolitischen und biographischen Brüchen der Zeit umgingen und wie sie diese deuteten. Die Reformation war auf beiden Seiten der Konfessionsgrenze nicht nur als begeisternder Neubeginn bejubelt, sondern auch als harte Konfessionsgeschichte erlitten worden. 

Raphael Hülsbömer hatte vor allem in den Vatikanischen Archiven die Zensurverfahren gegen drei Werke des Tübinger Dogmatikprofessors Karl Adam (1876 -1966) historisch rekonstruiert. Dabei stellt er auch die kluge wie noble Rolle von Bischof Joannes Baptista Sproll innerhalb dieser Verfahren dar. Dieser hatte sich in persönlichen Briefen an Adam zwar gegen die völkischen Teile seiner Theologie gewandt, sich gegenüber Rom jedoch für ihn eingesetzt. Die Arbeit zeigt schließlich die Situation der katholischen Theologie Tübingens auf, wo man die 1920er und 1930er Jahre als permanente Bedrohung durch Denunziationen von innen und außen erlebte. 

Schon zu Beginn des Abends hatte der erste stellvertretende Vorsitzende des Geschichtsvereins, Prof. Dr. Andreas Holzem, Mitglieder und Gäste begrüßt und die beiden Preisträger vorgestellt. Dem waren Grußworte des Direktors des Wilhelmsstifts, Msgn. Martin Fahrner und des Dekans der Katholisch-Theologischen Fakultät, Prof. Dr. Albert Biesinger, gefolgt. Sie hoben die positive Rolle des Geschichtsvereins für das Weitertreiben und Vermitteln kirchenhistorischer Themen hervor und wiesen zudem auf die großen Erfolge hin, die die Kirchengeschichte an der Universität Tübingen in den letzten Jahren erfahren habe.