Bischof-Carl-Joseph-von-Hefele-Preis 2013

Für ihre wissenschaftliche Abschlussarbeit "Kirchheim - Chronik einer Reform" wurde Stefanie Neidhardt (27)  im Wilhelmsstift Tübingen mit dem von Bischof Dr. Gebhard Fürst vergebenen Bischof-Carl-Joseph-von-Hefele-Preis des Jahres 2013 ausgezeichnet.

Die wesentlichen Inhalte ihrer Abschlussarbeit wurden im RJKG 32/2013 veröffentlicht. Titelage im Gesamtverzeichnis RJKG unter Neidhardt.

Die (Kirchen-)Historikerin ist Mitglied des Graduiertenkollegs "Religiöses Wissen“ am Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte Tübingen und arbeitet am Lehrstuhl für württembergische Landesgeschichte an ihrer Promotion zu weiblicher Frömmigkeit im Mittelalter.

In ihrer Diplomarbeit beschreibt Stefanie Neidhardt eine außergewöhnlich Chronik, wie nach dem bisherigen Forschungsstand von der gebildeten Dominikanerin Magdalena Kremerin Ende des 15. Jahrhunderts verfasste wurde. Diese Chronik - die „Kirchheimer Chronik" -, behandelt die Reform des dortigen Klosters in den Jahren 1486 bis 1490. Das Kloster unter der Teck sollte sich strengen Observanzregeln unterwerfen, sich auf ein zurückgezogenes Leben in klösterlicher Klausur und auf eine allgemeine Intensivierung der Religiosität besinnen.


Diese Reform führte zu vielfältigem Widerstand der Herrschenden und er Aktiven vor Ort. Die Nonnen wurden belagert und ausgehungert. Nur mit Mühe sicherten sich die Frauen den Schutz württembergischer Grafen und dominikanischer Ordensoberen. Stefanie Neidhardt rekonstruiert in ihrer Arbeit, die sie zu eine Dissertation erweitert, die wirtschaftlichen, politischen und alltäglichen Beziehungen der Akteure und zeigt die religiösen Motive der Reform auf.

Den Bischof-Hefele-Preis erhielt sie für ihre Arbeit über die "Kirchheimer Chronik", die Ende des 15. Jahrhunderts in weiten Teilen von der außergewöhnlich gebildeten Dominikanerin Magdalena Kremerin verfasst wurde. Hierin beschreibt die Nonne die Reform des dortigen Klosters in den Jahren 1486 bis 1490. Das Kloster unter der Teck sollte sich strengen Observanzregeln unterwerfen, sich auf ein zurückgezogenes Leben in klösterlicher Klausur und auf eine allgemeine Intensivierung der Religiosität besinnen.

Wie die Preisträgerin darlegte, ging die Reform nicht ohne Widerstand seitens der Klosterinsassinnen, eines Teil der Kirchheimer Bevölkerung oder des Klostervogts vonstatten. Die Nonnen wurden belagert und ausgehungert. Nur mit Mühe sicherten sich die Frauen den Schutz württembergischer Grafen und dominikanischer Ordensoberen.

Stefanie Neidhardt rekonstruierte die wirtschaftlichen, politischen und alltäglichen Beziehungen der Akteure und zeigt die religiösen Motive der Reform auf. Ihre weiteren Forschungsfragen versucht sie in ihrer Dissertation, die von Prof. Dr. Andreas Holzem betreut wird, zu beantworten. 

Programm der Preisverleihung

Stefanie Neidhardt mit ihren wissenschaftlichen Betreuern Prof. Dr. Andreas Holzem (li.) und Prof. Dr. Sigrid Hirbodian (re.) und Weihbischof Dr. Johannes Kreidler.

Kurz nach der Entscheidung für die Preisvergabe im Frühjahr 2013 planten der Geschichtsverein mit dem Tübinger Lehrstuhl für Württembergische Landesgeschichte und der Stadt Kirchheim unter Teck die Tagung "Die Chronik der Magdalena Kremerin im interdisziplinären Dialog".
mehr zur Tagung

In Band 32 des Rottenburger Jahrbuchs für Kirchengeschichte (S. 293-310) erschien ein Beitrag der Preisträgerin unter dem Titel "Die Kirchheimer Chronik der Magdalena Kremerin".

Im Mai 2016 verteidigte Stefanie Neidhardt ihre landeskndliche Dissertation "Autonomie im Gehorsam – Die dominikanische Observanz in Selbstzeugnissen geistlicher Frauen des Spätmittelalters".