Bischof-Carl-Joseph-von-Hefele-Preis 2015

Der Bischof-Carl-Joseph-von-Hefele-Preis des Jahres 2015 wurde an die Diplomtheologin Cornelia Reus, Tübingen/Bad Mergentheim für ihre hervorragende Diplomarbeit Frauen im Dienst der Kirche. Die Arbeit von Laienkatechetinnen im Bistum Rottenburg von 1920 bis 1958 verliehen.
Betreuer der Diplomarbeit war Professor Dr. Andreas Holzem
Wir gratulieren herzlich!
Die feierliche Preisübergabe erfolgte am 3. Dezember 2015, 20 Uhr im Tübinger Wilhelmsstift.

Schon 1905 hatte Bischof Willibrord Benzler (Metz) auf dem Katholikentag in Straßburg darauf hingewiesen, dass die Zeit vorüber sei, da „der Geistliche alleine zum Wohle der Seelen wirken kann; heute brauchen wir dazu auch den Beistand der Laien". Es sollten noch Jahre vergehen, bis unter dem Begriff „Laien" auch Frauen subsumiert wurden und nochmals einige Jahre, bis akzeptiert wurde, dass weibliche Laien nicht nur soziale, sondern auch pastorale Aufgaben in der Kirche übernehmen konnten.
1929 gelang es Franziska (Fanny) Werfer als erster Frau in Deutschland, die Abschlussprüfung in Theologie abzulegen: Die Universität Tübingen und das Ordinariat Rottenburg hatten diesen „Präzedenzfall" erstmals zugelassen.

Cornelia Reus legte in ihrem Vortrag dar, wie sich in der Diözese Rottenburg die Berufswege von und für Frauen im Dienst der Kirche zwischen 1920 und 1958 entwickelten. Ihr Vortrag "Lammfromm und revolutionär. Laienkatechetinnen im Bistum Rottenburg von 1920 bis 1958" ist abgedruckt im Rottenburger Jahrbuch für Kirchengeschichte (RJKG 35). 
Weihbischof Dr. Johannes Kreidler würdigte während des Festakts die Arbeit der jungen Theologin und überreichte den Preis im Auftrag von Bischof Dr. Gebhard Fürst.

Die Kirchenhistorikerin Dr. Regina Heyder (Bonn, Mainz) schloss in ihrem Vortrag direkt an die Ausführungen von Cornelia Reus an. Sie zeigte jene Aufbrüche auf, die im Umfeld des Zweiten Vatikanums die pastorale Arbeit der Laien veränderten.

Das 20. Jahrhundert gilt nicht nur theologisch oder kirchengeschichtlich als ein Zeitalter des Aufbruchs. Auch auf der Ebene der Musik setzte eine Zeit der "AufBrüche" ein. Der Pianist Domingos Costas gab für diese Zeit musikalische Beispiele.

Programm - Einladung zum Festabend, Donnerstag, den 3. Dezember 201, 20 Uhr im Wilhlemsstift.
Informationen zu früheren Preisträgern und Preisträgerinnen sowie zu den Preisverleihungen.